Samstag, 23. Oktober 2021
   
Startseite Konkret Hefte Konkret Texte Sonderhefte Konsum Online Konkret Verlag

Das aktuelle Heft



Aboprämie



Studenten-Abo



Streetwear



36 Jahre Konkret CD

36 Jahre Konkret CD


Heft 12 2004

von konkret

   Warum sich selbst auf die Schulter klopfen, wenn das andere doch viel besser können? Die Wiener "Presse" urteilt über Andrei S. Markovits Buch "Amerika, dich haßt sich's besser. Antiamerikanismus und Antisemitismus in Europa" (konkret texte 40):

"Das ist das Buch eines amerikanischen Linken, der mit der Linken in Europa seine Probleme hat; die Analyse eines europabewanderten Politikwissenschaftlers, der sich - trotz scharfer, kritischer Distanz zur Politik George W. Bushs und der Republikaner - den USA näher weiß als Europa. Markovits, Andrei S., Professor an der University of Michigan, rechnet mit Europas Haltung zu Amerika ab - bald traurig, bald zornig, aber immer mit der aufgestauten Energie dessen, der schon lange eine Wahrnehmung mit sich trägt, die er endlich loswerden kann: Europa definiert sich - nicht erst jetzt, nicht erst seit 2003 - durch das, was es nicht ist; daß es nicht Amerika ist. Die europäische Linke aber begeht, in dieser Abgrenzung, eine Sünde wider den eigenen Geist: In ihrer Einstellung zu den USA gibt sich ein Gutteil der Linken Europas einer ihr sonst streng verbotenen Lust zur xenophoben Stereotypisierung und zur arroganten Überheblichkeit hin. Was in bestimmten europäischen Zirkeln niemand gegenüber Afrikanern oder Frauen oder den Islam zu denken und zu sagen wagt - wenn es um die USA geht, dann jagt in ebendiesen Zirkeln ein Vorurteil das andere.

Markovits, mit den universitären und (links)intellektuellen Milieus Europas sehr vertraut, schrieb dieses Buch auch aus der Erfahrung einer aktuellen Zurückweisung: Er ist Gegner der Todesstrafe, Befürworter von "Affirmative Action", Kämpfer gegen jede Form von rassen- oder geschlechtsspezifischer Diskriminierung; er verabscheut das Bigotte in der amerikanischen Gesellschaft und sieht in Bushs Politik eine schlimme Fehlentwicklung. Dennoch bemerkt er eine wachsende Distanz Europas und der europäischen Linken zu seiner Person - weil er eben nicht bereit ist, die antiamerikanischen und (damit nur zu oft verbunden) antizionistischen Klischees Europas einfach hinzunehmen."

In der Berliner Tageszeitung "Junge Welt" schreibt Dieter Braeg über Erwin Riess' Buch "Heimatkunde Österreich" (konkret texte 36):

"Ich empfehle, vor dem nächsten Österreich-Urlaub die Texte von Erwin Riess zu lesen. Er hat erstens eine überaus geniale Schreibe und zweitens keine Angst. Nicht vor Haider, nicht vor österreichischen Kulturfunktionären und auch nicht vor dem schwarzbraunen Bundeskanzler Schüssel.

Die Texte von Erwin Riess sind ... ein Quell der Erkenntnis und Freude ... Ob es um den Krieg und die Donau geht, um die Frage nach dem linken Journalismus (gibt es ihn?) oder die wunderbare Schilderung der Reisen, die Erwin Riess mit dem von mir auch sehr geliebten Schriftsteller Michael Scharang unternahm - es ist große Literatur, die, natürlich von den Großen der Buchkritik unbeachtet, sehr erfreut. Auch der längere Text "Österreichs verlorene Nachwelten - Prinz Eugen von Savoyen und Johann Nepomuk Nestroy" müßte in jedem österreichischen und deutschen Geschichtsbuch stehen. Steht er aber nicht, weil Schulbücher meist von Herausgebern verantwortet werden, die beim Lesen nicht nur die Lippen bewegen, sondern auch den Kopf schütteln.

Wissen Sie was, LeserinLeser, sparen Sie sich doch nächstes Jahr diese wirklich völlig unnötige Reise nach Österreich. Sie stören nicht nur mich, sondern auch einige andere Forscher, wie zum Beispiel Erwin Riess, die dann, ungehindert durch Ihr "Isjabillichch", dieses "Land zwischen Donau und Alpen, Prinz Eugen und Haider" studieren könnten, um weitere wertvolle Texte zu schreiben, die Ihrer Aufklärung dienen."

Markovits' Buch hat 240 Seiten und kostet 15 Euro; Riess' Buch hat 144 Seiten und kostet 12 Euro. Beide können über den Buchhandel bezogen oder direkt beim Verlag bestellt werden. Bei Verlagsbestellungen bitte 1,50 Euro Porto nicht vergessen.

Leser Hauke Reddmann aus Hamburg schreibt aus gegebenem Anlaß (KONKRET 11/04, S. 43) an die Redaktion:

Es geht ein Gespenst um in der deutschen Sprache, und das nennt sich "ie". Unabhängig von allen Streitereien um alte oder neue Rechtschreibung hat Volkes Deppenstimme entschieden, daß es "Maschiene" heißt und "Vampier" und, ohne Scheiß, "Viedeo" und "Biebel" ... (Doch, doch, alle diese Schreibweisen sind mir schon begegnet!) Ach, ich zähle schon nicht mehr mit. Daß ich aber auch in KONKRET eine obstienat falsch geschriebene, iedieotische Kugelschreiber-"Miene" entdecken muß, läßt mir dieselbe entgleisen. Litt der Korrektor an einem Anfall von Piesa? Darf ich den betreffenden Autor nach der Revolution ins Tintenfaß tunken?

Sie dürfen, Hauke Reddmann, Sie dürfen. Und die Redaktion steigt - gute Mine zum bösen Spil - gleich mit rein.

KONKRET Text 56


KONKRET Text 55


Literatur Konkret Nr. 36