Dienstag, 9. Februar 2010
   
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36 Jahre Konkret CD

36 Jahre Konkret CD


Aus aktuellem Anlaß

ZWI local bureau Berlin - Zentrum für Wirtschaft und Integration
No-go-area Deutschland
In dieser monatlichen Chronik werden Vorfälle aus dem ganz normalen deutschen Alltag dokumentiert. Um eine möglichst vollständige Aufzählung zu gewährleisten, werden Leser gebeten, ihnen bekanntgewordene rassistische, antisemitische und/oder neofaschistische Vorfälle (mit Quellenangabe) an die E-Mail-Adresse nogoarea_D@web.de zu melden; an dieser Stelle einen herzlichen Dank an die zahlreichen Leserinnen und Leser, die diese Möglichkeit bereits genutzt haben. Alle bisherigen Monatschroniken können bei der Redaktion angefordert werden.
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Erich Später
Lesung
Am 9. Februar liest Erich Später in Ulm aus seinem Buch
Villa Waigner. Hanns Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungselite in Prag 1939-45 (konkret texte 50): um 20 Uhr im Haus der Gewerkschaften, Am Weinhof. Aus diesem Anlaß dokumentieren wir hier einen Auszug aus dem Buch, in dem Erich Später den Prozeß der Entrechtung, Enteignung, Deportation und Ermordung der tschechischen Juden schildert Beispielhaft rekonstruiert er die Enteignung und Ermordung des jüdischen Ehepaares Waigner, dessen Prager Villa ein begehrtes Objekt der Begierde hoher Nazifunktionäre wurde. Den Zuschlag für die "Judenvilla" erhielt schließlich der SS-Offizier Hanns Martin Schleyer.
Die Messestr. 19 liegt in unmittelbarer Nähe des Prager Messegeländes, keine 300 Meter vom zentralen Deportationsort der Prager jüdischen Bevölkerung entfernt. Schleyer wohnt mit seiner Frau in unmittelbarer Nähe und kann das Grauen jeden Tag beobachten. Als Angehöriger der SS weiß er, was mit den Menschen geschehen wird. Die Deportationen aus Prag beginnen am 16. Oktober 1941. Bis März 1943 sind es 36.000 Menschen die auf dem Messegelände konzentriert, ausgeplündert und schließlich unter Bewachung zum nahen Bahnhof gebracht werden. Etwa 7.000 werden direkt in Vernichtungslager transportiert , die anderen nach Theresienstadt.
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Redaktion KONKRET
Im übrigen sind wir der Meinung, daß Naziaufmärsche blockiert werden müssen
Alljährlich veranstalten Nazis in Dresden einen "Gedenkmarsch" zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt am 13. Februar 1945; in den letzten Jahren wurde Dresden dabei Schauplatz der - mit jeweils mehreren tausend Teilnehmern - größten faschistischen Aufmärsche Europas seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Warum die Faschisten mit ihrer Propaganda nahtlos an das Geschichtsbild des Mainstreams anknüpfen können, zeigt Gunnar Schubert in seinem Buch
Die kollektive Unschuld. Wie der Dresden-Schwindel zum nationalen Opfermythos wurde (konkret texte 42). Er widerlegt systematisch die zahlreichen kursierenden Legenden, in denen sich die Deutschen zu Opfern der alliierten "Terrorangriffe" machen, und liefert Erklärungen dafür, wie dieses letzte große Propagandastück Joseph Goebbels' sich über 60 Jahre halten konnte.

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KONKRET-Redaktion
Warum Internet
Das Internet ist ein ewig sprudelnder Quell allerhand falscher Behauptungen, verdrehter Tatsachen und sonstigen Unsinns. Derzeit kursieren im Netz einige, gelinde gesagt: merkwürdige Darstellungen, was KONKRET-Herausgeber Hermann L. Gremliza bei der Podiumsdiskussion mit Claude Lanzmann zum Film "Pourquoi Israël" im Uebel & Gefährlich am 18. Januar gesagt haben soll. Glücklicherweise bietet das Internet aber auch authentische Informationen: In einem Radiomitschnitt der Veranstaltung unter
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=31686 läßt sich nachhören, was Gremliza tatsächlich gesagt hat.

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Stefan Ripplinger
"Warum Israel"
Am 25. Oktober 2009 verhinderte ein Schlägertrupp aus dem Umfeld des "Internationalistischen Zentrums B5" eine Aufführung des Films "Warum Israel" von Claude Lanzmann im Hamburger Kino B-Movie. Dieser Vorfall löste weit über Hamburg hinaus große Empörung aus; die von zahlreichen Einzelpersonen und Institutionen, darunter auch KONKRET, unterzeichnete Erklärung "Es darf keine antisemitische Filmzensur in Hamburg geben" ist unter www.kritikmaximierung.de einsehbar. Eine Besprechung des Films "Warum Israel"schrieb Stefan Ripplinger in KONKRET 8/08.
Das Paradox hat nicht viele Liebhaber. Den meisten ist es zu schwierig, denn es nährt sich von Widersprüchen. Israel ist das Paradox unter den Staaten. Von allem, was über Israel behauptet werden kann, trifft auch das Gegenteil zu: Es ist ein religiöser Staat, aber auch ein säkularer, eine Gemeinschaft der Juden, aber auch das Ende dieser Gemeinschaft, ein normales Land, aber auch das unnormalste der Welt, es ist eine kapitalistische und eine manchmal sozialistische Wirtschaft, eine kriegerische Gesellschaft, aber auch eine versöhnliche und erstaunlich integrative, eine Situation zum Verzweifeln, aber viel häufiger noch eine absurde und komische.

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KONKRET Text 50


KONKRET Text 49


Literatur Konkret Nr. 34