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 EINGREIFTRUPPE
28. Mai, "FAZ": UN-Friedenstruppen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen haben nach einem Bericht der britischen Kinderschutzorganisation "Save the Children" in Krisengebieten Kinder sexuell mißbraucht. Einige der Opfer seien erst sechs Jahre alt gewesen ... Die Hilfsorganisation habe mehrere hundert Kinder in Haiti, Elfenbeinküste und Kongo befragt. In diesen Ländern waren ähnliche Vorfälle schon in der Vergangenheit bekanntgeworden. ISLAMISCHE REPUBLIK (1)
30. Mai, "Taz": Der Istanbuler Verein der Schwulen, Lesben und Transsexuellen Lambda ist gestern gerichtlich verboten worden. Das dritte Istanbuler Berufungsgericht folgte der Auffassung der Staatsanwaltschaft und des Gouverneurs von Istanbul, der das Verbot beantragt hatte. Danach verstößt Lambda gegen die guten Sitten und die herrschende Moral. Außerdem sei "Lambda" kein türkisches Wort. Der Gouverneur hatte bereits im Frühjahr 2007 ein Verbot verfügt, war aber in erster Instanz vor Gericht unterlegen. Lambda ist die wichtigste Anlaufstelle für Schwule und Lesben in Istanbul. Einen ähnlichen Verein gibt es nur noch in Ankara. Auch dieser war mit einem Verbot bedroht, obsiegte aber vor Gericht. ISLAMISCHE REPUBLIK (2)
31. Mai, "Welt": Die Entscheidung eines französischen Gerichts, eine Ehe wegen fehlender Jungfräulichkeit der Braut zu annullieren, hat zu Entrüstung bei Frauenrechtlerinnen und Politikern geführt ... Ein Gericht in Lille hatte auf Antrag des Mannes eine Ehe für ungültig erklärt, weil sich die Braut fälschlicherweise als Jungfrau ausgegeben hatte. Als der Mann in der Hochzeitsnacht die Täuschung bemerkte, beantragte er umgehend die Auflösung der Ehe. ISLAMISCHE REPUBLIK (3)
3. Juni, "Welt": In der Türkei soll ein islamistischer Mob eine Rudermannschaft krankenhausreif geprügelt haben, weil die Sportler kurze Hosen trugen. "Ihr könnt hier nicht mit kurzen Hosen rumlaufen, ihr Gottlosen", riefen die Angreifer nach Angaben des Teamleiters, wie die türkische Presse am Montag meldete. Die Behörden sprachen dagegen von einem Streit über Parkgebühren für den Mannschaftsbus, die den Sportlern übertrieben vorgekommen seien. Nach dem Zwischenfall in der nordwesttürkischen Stadt Sapanca wurden fünf Verdächtige festgenommen. Die Untersuchung des Zwischenfalls ist bisher noch nicht abgeschlossen. Die Ruderer von der Universität Ankara wollten auf einem See bei Sapanca an einem Wettkampf teilnehmen. Am Samstag abend hätten Unbekannte die Luft aus den Reifen des Mannschaftsbusses gelassen. Anschließend hätten sie die Schlägerei angezettelt, sagte Teamleiter Yilmaz Akca zu türkischen Medien ... Drei Ruderer der türkischen Nationalmannschaft seien so schwer verletzt worden, daß sie an dem Wettkampf nicht teilnehmen konnten. "Nur ka' jüdische Hast"
 Alfred Gusenbauer, österreichischer Bundeskanzler FREIHEITSKAMPF
18. Juni, "FAZ": Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) fordert, daß die Leugnung von DDR-Unrecht zur Straftat wird. "Die Leugnung der brutalen Freiheitsverweigerung in der DDR - des DDR-Unrechtssystems an sich - sollte ebenso unter Strafe gestellt werden wie beispielsweise die Holocaust-Lüge", sagte der stellvertretende RCDS-Bundesvorsitzende Steffen Liebendörfer. ISRAELKRITIK (1)
18. Juni, "Hamburger Abendblatt": Auf den Betsaal der jüdischen Gemeinde Pinneberg ist am Montag ein Anschlag verübt worden. Ein Pflasterstein wurde mit solcher Wucht durch die doppelt verglaste Scheibe geworfen, daß er noch drei Meter weit in den Raum flog. Der Vorsitzende der Gemeinde, Wolfgang Seibert (60), vermutet wegen vorangegangener Vorfälle und aufgrund eines Bekenneranrufs einen rechtsradikalen Hintergrund. Der Staatsschutz ermittelt in dieser Angelegenheit. Nach dem Steinwurf am Montag klingelte das Telefon im Gemeindebüro. "Es war genau 11.55 Uhr", berichtet Wolfgang Seibert. "Der Stimme nach war es ein junger Mann. Er brüllte ins Telefon: ›So was kann öfter passieren, ihr habt keine Ruhe. Sieg heil.‹" Dieses Ereignis reiht sich nach Seiberts Beobachtungen ein in eine Serie von Vorfällen, die einen rechtsradikalen Hintergrund haben. So seien im Umfeld des Gemeindesaals Zettel der NPD an Laternenmasten geklebt worden. Es habe Beschimpfungen mit antisemitischen Inhalten gegeben. Und bei einer Hochzeit, die nach jüdischem Brauch unter freiem Himmel zelebriert worden sei, hätten pöbelnde junge Leute die Feier gestört. ISRAELKRITIK (2)
22. Juni, "Welt Online": Französische Jugendliche haben in Paris einen 17jährigen Juden angegriffen und schwer verletzt. Der junge Mann liege im Koma, teilte die Organisation gegen Antisemitismus BNVCA mit. Einer der Minderjährigen habe am Samstag abend mit einer Eisenstange auf den Jugendlichen eingeschlagen und ihm einen Schädelbruch zugefügt. Der 17jährige sei nahe Montmartre unterwegs gewesen und habe die jüdische Kopfbedeckung Kippa getragen. Es sei offensichtlich, daß es sich um einen judenfeindlichen Überfall handele. Die Polizei nahm fünf Jugendliche fest. ISLAMISCHE REPUBLIK (4)
25. Juni, "Neue Zürcher Zeitung": Das Gerücht, wonach die Bürgenstock-Hotels von Rosebud (vormals Richemond) verkauft worden seien, ist am Dienstag bestätigt worden. Die Barwa Real Estate Company aus Katar, die zu 45 Prozent dem Staat Katar gehört und bisher als Investorin bei den Rosebud-Hotels auftrat, hat nicht nur die Bürgenstock-Hotels übernommen, sondern auch das Hotel "Schweizerhof" in Bern sowie das "Royal Savoy" in Lausanne ... Die Verkaufsverhandlungen seien nicht einfach gewesen, weil Barwa die Grundsätze der Sharia, des islamischen Rechts, befolge, sagte der Rosebud-Mann Pierre Buyssens, Delegierter des Verwaltungsrats der Bürgenstock Hotels AG. So muß Barwa zum Beispiel das islamische Zinsverbot beachten, das finanzielle Engagements mit Zinsen verbietet. Alkohol wird geächtet, Kasinos sind verboten. Rosebud habe bei Verhandlungen in Katar das Sharia-Komitee davon überzeugen können, daß in den Bürgenstock-Hotels der Alkoholkonsum künftig einen Anteil von 5 Prozent am Gesamtumsatz nicht übersteigt. AUTODAFÉ
27. Juni, Pressemitteilung der Polizei Frankfurt a. M.: Um seinem Protest wegen seiner Meinung nach zu hohen Spritpreisen offensichtlich möglichst groß öffentlichkeitswirksam Ausdruck zu verleihen, hat am Morgen ein 30jähriger Mann aus Bayern zu einer ungewöhnlichen und zugleich drastischen Maßnahme gegriffen und kurzerhand sein eigenes Fahrzeug angezündet. Die "heiße" Protestaktion ereignete sich gegen 7.30 Uhr in der Grünanlage der Friedrich-Ebert-An-lage in unmittelbarer Nähe vor dem Eingang zur Messe. Mit seinem schwarzen 3er BMW Baujahr 1995 mit Miltenberger Kennzeichen war der Bayer zur Tatzeit auf der Friedrich-Ebert-Anlage stadteinwärts unterwegs. In Höhe Messeeingang lenkte er den Wagen nach links, überquerte im Bereich der Haltestelle "Messe" den Gleiskörper der Straßenbahn, fuhr noch mehrere Meter weit und hielt dann auf der angrenzenden Grünfläche an. Nachdem er aus dem Auto ausgestiegen war, holte er einen Kanister hervor, übergoß den BMW mit Benzin und zündete ihn anschließend an. Bis die alarmierte Feuerwehr eintraf, war der Wagen bereits ausgebrannt. Als Grund für seine Handlung gab der bislang unbescholtene Bayer an, arbeitslos zu sein und wegen der hohen Spritpreise sich deshalb ein Auto nicht mehr leisten zu können. ISLAMISCHE REPUBLIK (5)
5. Juli, "Tagesspiegel": In einer Rede vor dem London Muslim Council sprach sich der oberste Richter Großbritanniens, Lord Phillips, dafür aus, unter Umständen auch die Sharia für Konfliktlösungen heranzuziehen: "Es gibt keinen Grund, warum die Prinzipien der Sharia oder irgendeines anderen religiösen Gesetzbuches nicht die Grundlage einer Schlichtung oder anderer Formen von Konfliktlösung sein sollte (unter der Voraussetzung), daß jede Strafe für Nichterfüllung auf den Gesetzen für England und Wales beruht." ISLAMISCHE REPUBLIK (6)
7. Juli, "Spiegel Online": Derzeit wird im Parlament in Teheran ein Gesetzentwurf debattiert, der im Falle seiner Verabschiedung der langen Liste todeswürdiger Verbrechen einige neue hinzufügen würde. Dazu gehört unter anderem die "Einrichtung von Blogs und Websites, die Korruption, Prostitution und den Abfall vom Glauben befördern". Schon bislang unterliegt die gerade in Iran äußerst lebendige Netzgemeinde stärkster Zensur seitens der ultrakonservativen Tugendwächter, die zum Beispiel Seiten wie Facebook oder Flickr sperren ließen. ISLAMISCHE REPUBLIK (7)
7. Juli, "Spiegel Online": Sie suchen nach Drogen, Sprengstoff, Falschgeld - demnächst sollen die Spürhunde der britischen Polizei diese Arbeit in Sonderfällen mit Schuhwerk an den Pfoten verrichten. Wie die "Times" berichtet, bastelt die britische "Vereinigung polizeilicher Führungskräfte" (Acpo) derzeit an einem Maßnahmenkatalog, der die Befindlichkeiten einzelner Religionsgruppen stärker berücksichtigen soll. Sollten demnach Muslime künftig Protest einlegen, wenn bei der Durchsuchung ihrer Wohnräume Hunde eingesetzt werden, die nach islamischer Doktrin als "unrein" gelten, müssen die Vierbeiner eigens angefertigte Schuhe mit Gummisohlen tragen. ISLAMISCHE REPUBLIK (8)
7. Juli, "Hamburger Abendblatt": Der saudische Scheich fackelt nicht lange. Kurz entschlossen weist Abdulasis al-Brahim das Personal des Grand-Hyatt-Hotels in Kairo an, 2.500 Flaschen Alkohol zu vernichten. Französische Weine, Champagner, Whisky und Grappa. Alles landet innerhalb weniger Stunden in den Abwasserkanälen der ägyptischen Metropole. Seitdem der Hotelbesitzer aus Saudi-Arabien, ein Verwandter von König Abdullah, im vergangenen Frühjahr sein Gewissen als frommer Muslim erleichtert hat, heißt es in dem Luxushotel am Nil: "Wir bedauern, aber momentan servieren wir keinen Alkohol." ... Kempinski, eine der traditionsreichsten Luxus-Hotelketten Europas, will gemeinsam mit dem islamischen Finanzunternehmen Guidance Financial Group in den kommenden acht Jahren 30 Sharia-konforme Hotels mit dem Namen "Shaza" in Nahost, in Nordafrika und in Europa eröffnen. Denn erstens wächst durch die Renaissance der Frömmigkeit in der islamischen Welt bei den Gästen die Nachfrage nach Hotels ohne Spielkasinos, Nachtklubs und Bars. Zweitens steigt aber auch die Zahl der muslimischen Investoren, die ihr Geld nur auf "tugendhafte" Weise anlegen. Hani Laschin, der Geschäftsführer der sittenstrengen Jawhara-Hotels in Dubai, ist überzeugt, daß die Sharia-Hotels ein Wachstumsmarkt sind. - Stefan Frank -
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KONKRET Text 50
KONKRET Text 49
Literatur Konkret Nr. 34
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