Freitag, 14. Juni 2024
   
Startseite Konkret Hefte Konkret Texte Sonderhefte Konsum Online Konkret Verlag

Das aktuelle Heft



Aboprämie



Studenten-Abo



Streetwear



36 Jahre Konkret CD

36 Jahre Konkret CD


Heft 03 2011

an konkret

BUNDESLIGA

KONKRET 2/11: "Lötzsch & Chodorkowski" von Hermann L. Gremliza

Bei mir hat der Leim gleich doppelte Haftkraft, und so glaube ich nicht nur an soziale Bommeln, sondern auch an einen Aufstieg von Hertha BSC. Die Linke in der Bundesregierung, Hertha auf dem Weg zum Meistertitel, und schon sind wir mitten in einem großen transformatorischen Prozeß gesellschaftlicher Umgestaltung für den demokratischen Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Dieser Prozeß bedarf eben vieler kleiner und großer Reformschritte, die von Brüchen und Umwälzungen mit revolutionärer Tiefe gekennzeichnet sein werden.
- Klaus Pollmann, per E-Mail -

Welch Balsam für die Seele war dieser Kommentar. Es gibt also noch Mittel gegen die Einsamkeit von Rufern in der Wüste.
- Swidbert Gerken, per E-Mail -

WELTRAUMPOKAL

KONKRET 1/11: "›Isolierung führt dazu, daß Militanz eskaliert‹"; Gremlizas Gespräche (XI) mit Luc Jochimsen

Auf Hermann L. Gremlizas Einwand, es sei sinnlos, mit einem Ayatollah darüber zu diskutieren, ob eine Frau gesteinigt werden darf, da er sie nur auf möglichst grausame Weise tot haben wolle, lautete Luc Jochimsens verblüffende Antwort: "Die Iraner sehen das (??) als Teil ihrer Kultur. Es gibt den Satz, daß Unterschiede in der Kultur kein disease sind, keine Krankheit, kein Fehler, sondern sie müssen als Unterschiede akzeptiert werden." Ist der Iraner gesund und wurzelt fest in seiner Kultur, steinigt er beziehungsweise läßt steinigen. Krank macht die Islamisten wie die Patriarchen der Christenheit erst die Blasphemie einer emanzipatorischen Kritik ihrer Herrschaft. Doch mit einer solchen Kritik haben die "linken Positionen" Luc Jochimsens leider nur wenig gemein. Als Tochter eines Nicht-Nazis, der zwischen Bekennender Kirche und KPD schwankte, glaubt Luc Jochimsen heute an den reformierbaren Kapitalismus. Daß Kapitalismus grundsätzlich Irrsinn sein könnte, dämmert ihr nicht. Die maximale Multikulturalismus-Härte Luc Jochimsens erinnert weniger an "Panorama" als an Science-fiction, genauer den patronisierenden Weltraum-Kulturalismus Jean-Luc Picards von der Enterprise. Das Credo des Sternenflotten-Lucs lautete: "Die Hauptdirektive verbietet allen Raumschiffen und Angehörigen der Sternenflotte jegliche Einmischung in die normale Entwicklung fremder Kulturen und Gesellschaften. Die Einhaltung dieser Richtlinie steht über dem Schutz von Raumschiffen und Angehörigen der Sternenflotte. Verluste werden toleriert, soweit sie zur Einhaltung dieser Direktive erforderlich sind."
- Thorsten Kraechan, per E-Mail -

C-JUGEND

KONKRET 2/11: "Der kleine Mann und der Ruhm" von Magnus Klaue

Polanski ist oder war zumindest bekennender Päderast. Er schreibt in seiner 1984 erschienenen Autobiographie Roman davon, 1977 als 45jähriger mit der damals 15jährigen Nastassja Kinski sexuellen Kontakt gehabt zu haben, und auch davon, im Exil in der Schweiz mit Mädchen aus einem katholischen Internat verkehrt zu haben. Davon, daß er sich dazu bekennt, ist in dem Artikel nicht die Rede. Der Verkehr mit der 13jährigen Samantha wird dadurch so dargestellt, als sei es eine einmalige Sache gewesen und nicht eine fortdauernde Passion.
- "dummchen77", per E-Mail -

NATIONALELF

KONKRET 1/11: "›Die Post-Zeit ist vorbei‹"; Interview mit Frigga Haug

Die erste Frauenbewegung "entzündete" sich mitnichten "zwischen den beiden Weltkriegen", wie Frigga Haug behauptet, sondern lange vorher, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der formelle Zugang zu höherer Bildung wurde in einigen Ländern bereits vor dem Ersten Weltkrieg erkämpft. In den USA, die in bezug auf emanzipatorische Bewegungen den Deutschen stets weit voraus waren, kämpften weiße Angehörige dieser Bewegung schon vor dem Bürgerkrieg (1861-1865) zusammen mit schwarzen Aktivisten gegen die Sklaverei. Genauso falsch ist es, wenn Haug mit der These, Feminismus sei per se links, eine einheitliche, stets emanzipatorische Frauenbewegung suggeriert. Zahlenmäßig dominierte im Kaiserreich und während der Weimarer Republik eine bürgerliche gemäßigte Frauenbewegung, zusammengefaßt im Bund Deutscher Frauenvereine (BDF), der 1894 gegründet wurde. Daneben existierte ein radikaler Flügel um Anita Augspurg sowie eine sozialistische Fraktion um Clara Zetkin. Der BDF um Gertrud Bäumer unterstützte ab 1914 mit einem "Nationalen Frauendienst" den deutschen Eroberungskrieg. 1919 wurde Alice Salomon wegen ihrer jüdischen Herkunft nicht zur Vorsitzenden dieses zahlenmäßig größten deutschen Verbandes der ersten Frauenbewegung gewählt. Im Frühjahr 1933 biederte sich der BDF bei den Nazis an, etwa mit der wahrheitswidrigen Lobhudelei, "daß der Nationalsozialismus vieles erstrebt, was uns Frauen, insbesondere den berufstätigen, am Herzen liegt". Bäumer ("Ich glaube an schöpferische Kräfte des Nationalsozialismus") wurde als Ministerialrätin beurlaubt, durfte aber ihre Zeitschrift bis 1944 weiter verbreiten. Die Geschichtsklitterung, die Haug unwidersprochen in KONKRET betreibt, läuft darauf hinaus, den Anteil von Frauenbewegten am Nationalsozialismus zu vertuschen und in der Gegenwart reaktionäre Strömungen zu leugnen, etwa die von Maria Mies und Vandana Shiva, die für die Nation und eine Subsistenzökonomie streiten und in der globalisierungskritischen Bewegung großen Einfluß haben. Ganz zu schweigen von Alice Schwarzer, in deren "Emma" schon mal Nazissen wie Leni Riefenstahl abgefeiert werden.
- Peter Bierl, per E-Mail -

DER BALL IST RUND

KONKRET 2/11: Tomayers ehrliches Tagebuch

Die Intention ist richtig, die Wortwahl auch, und doch ist alles ganz anders, zumindest scheint es in diesem Fall so. Ich erinnerte mich, daß Anfang 2010 eine derartige Meldung bereits durch diverse Medien geisterte, die Eingabe des Satzes "Ich will die dickste Frau der Welt werden" in Google liefert erstaunliche Resultate: Die Frau ist bereits als schwerste Frau, die jemals geboren hat, im Guiness-Buch der Rekorde verzeichnet, damals wog sie 240 kg, heute sind 450 kg ihr Ziel. Auf http://www.donnamsimpson.com kann man/frau ihr gegen Bezahlung beim Essen zusehen. War der geschulterte Löwe in der letzten Kolumne noch leicht als Lüge zu enttarnen, das Weihnachtsessen von Donna M. Simpson betrug tatsächlich über 30.000 Kalorien, und sie ist darauf stolz, wie sämtliche Medien übereinstimmend berichten. Ich lasse es vor diesem Hintergrund dahingestellt, wo hier genau die Grenze zwischen Opfer und Täter verläuft, mein Bedauern mit Donna hält sich jedenfalls in Grenzen.
- Clemens Stecher, per E-Mail -

Seit langem verschafft mir Ihr Werk heitere und zugleich einsichtsvolle Augenblicke. Als junger Student wurde ich im Rheinland zunächst durch den Hörfunk ("Kritisches Tagebuch") auf Sie aufmerksam. Inzwischen ist es Ihre Kolumne in der Monatszeitschrift für unvernebeltes Denken und geistige Gesundheit, deren unbedingte Qualität ich zu schätzen weiß. Deshalb freut es mich, meiner Bewunderung für Ihre Unbeirrbarkeit und Gradlinigkeit materiellen Ausdruck verleihen zu können. Nehmen Sie die beiliegenden Flicksets, vier an der Zahl, als Zeichen meiner persönlichen Dankbarkeit für Ihren Beitrag zur politischen Unterhaltung und Aufklärung.
- Peter Lauf, Berlin -

TRIKOTWERBUNG

KONKRET 1/11: Titel

Von diesem Cover sollte es unbedingt ein Shirt geben. Wäre großartig.
- "feeling free", per E-Mail -

KONKRET Text 56


KONKRET Text 55


Literatur Konkret Nr. 36